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Neubau in Wien kaufen: Was kostet Erstbezug, und wie schützt Sie das Gesetz?

Eine Neubauwohnung im Erstbezug kostet in Wien laut Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer 2026 im Schnitt rund 5.430 € pro Quadratmeter, eine gebrauchte Wohnung rund 3.810 €. Wer vom Bauträger vor der Fertigstellung kauft, ist durch das Bauträgervertragsgesetz geschützt: Gezahlt wird in Raten nach Baufortschritt über einen Treuhänder. Die Nebenkosten liegen wie bei jedem Kauf bei rund 10 %, eine Käuferprovision fällt beim Direktkauf vom Bauträger oft nicht an.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erstbezug in Wien 2026: rund 5.430 €/m², gebraucht rund 3.810 €/m² (WKO-Immobilienpreisspiegel Wien, April 2026).
  • Neubaupreise stiegen österreichweit im 2. Quartal 2026 um 4,9 % zum Vorjahr (Statistik Austria, Häuserpreisindex, 23.09.2026).
  • Kauf vor Fertigstellung: Zahlung nach Ratenplan A oder B des Bauträgervertragsgesetzes; 2 % bleiben bis drei Jahre nach Übergabe zurück oder werden durch Garantie ersetzt.
  • Für Mängel haftet der Bauträger drei Jahre ab Übergabe (Gewährleistung für unbewegliche Sachen).
  • Nebenkosten: 3,5 % Grunderwerbsteuer, 1,1 % Grundbucheintragung, Vertragserrichtung und Treuhand — den Vertragserrichter gibt meist der Bauträger vor.
  • Wer vermietet, kann als Unternehmer die Umsatzsteuer aus dem Kaufpreis zurückholen (Vorsorgewohnung); dafür gilt ein Beobachtungszeitraum von 20 Jahren.
  • Neubau-Eigentumswohnungen ohne Förderung unterliegen nur teilweise dem Mietrechtsgesetz — der Mietzins ist frei vereinbar.
Definition. Erstbezug heißt, dass eine Wohnung nach ihrer Errichtung oder nach einer umfassenden Sanierung zum ersten Mal bezogen wird. Im Wiener Neubau kauft man Erstbezug meist direkt vom Bauträger, oft noch vor der Fertigstellung („vom Plan“).

Was kostet eine Neubauwohnung in Wien?

Der Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer Wien nennt für 2026 im Schnitt 5.430 € pro Quadratmeter für Eigentumswohnungen im Erstbezug und 3.810 € für gebrauchte Wohnungen. Erstbezug — dazu zählen Neubauten, aber auch umfassend sanierte Wohnungen — kostet damit laut Preisspiegel gut 40 % mehr als eine gebrauchte Wohnung. Das Plus bezahlt man für Energiestandard, Freiflächen, Lift und Garage — und dafür, dass in den ersten Jahren kaum Sanierungen anfallen.

KennzahlWertQuelle
Wien, Erstbezug 20265.430 €/m² (+2,7 % zu 2025)WKO Wien, Immobilienpreisspiegel, 04/2026
Wien, gebraucht 20263.810 €/m² (+3,2 % zu 2025)WKO Wien, Immobilienpreisspiegel, 04/2026
Österreich, Neubau-Preise Q2 2026+4,9 % zum VorjahresquartalStatistik Austria, Häuserpreisindex, 23.09.2026
Österreich, Bestand Q2 2026+5,1 % zum VorjahresquartalStatistik Austria, Häuserpreisindex, 23.09.2026

Der Preisspiegel beruht auf von Immobilientreuhändern gemeldeten Transaktionsdaten, die mit Grundbuchdaten abgeglichen werden, der Häuserpreisindex auf tatsächlichen Transaktionen. Für die einzelne Wohnung sind beide nur ein Rahmen: Geschoß, Ausrichtung und Freifläche verschieben den Preis innerhalb desselben Projekts deutlich. Mehr zu den Quellen auf unserer Seite Immobilienpreise Wien.

Wie schützt das Bauträgervertragsgesetz Käufer?

Das Bauträgervertragsgesetz (BTVG) sorgt dafür, dass Sie beim Kauf vor der Fertigstellung nie mehr zahlen, als bereits gebaut ist. Das Geld fließt über einen Treuhänder — einen Notar oder Rechtsanwalt — und wird erst nach bestätigtem Baufortschritt an den Bauträger ausbezahlt.

BauabschnittRatenplan ARatenplan B
Baubeginn mit rechtskräftiger Baubewilligung15 %10 %
Rohbau und Dach fertig35 %30 %
Rohinstallationen fertig20 %20 %
Fassade und Fenster samt Verglasung fertig12 %12 %
Bezugsfertigstellung oder vereinbarte Übergabe12 %17 %
Fertigstellung der Gesamtanlage4 %9 %
Rest nach 3 Jahren ab Übergabe2 %2 %

Die letzten 2 % dienen der Absicherung von Mängeln; der Bauträger kann sie durch eine Bankgarantie oder Versicherung ersetzen (§ 10 BTVG). Den Baufortschritt bestätigt ein Sachverständiger. Welcher Ratenplan gilt, steht im Kaufvertrag.

Definition. Ein Bauträger ist ein Unternehmen, das Wohnungen errichtet und sie selbst verkauft. Kaufen Sie vor der Fertigstellung, schließen Sie einen Bauträgervertrag, der dem Bauträgervertragsgesetz unterliegt.

Welche Nebenkosten fallen beim Neubau an?

Die Nebenkosten sind beim Neubau fast dieselben wie beim Kauf einer gebrauchten Wohnung: rund 10 % des Kaufpreises. Zwei Unterschiede sind typisch.

  • Vertragserrichter und Treuhänder gibt meist der Bauträger vor; die Kosten dafür sind oft als Pauschale oder Prozentsatz im Kaufvertrag festgelegt.
  • Käuferprovision fällt beim Direktkauf vom Bauträger häufig nicht an. Ob ein Neubauprojekt provisionsfrei ist, steht in jedem Inserat.

Grunderwerbsteuer (3,5 %) und Grundbucheintragung (1,1 %) zahlen Sie auch beim Neubau. Die vollständige Aufstellung finden Sie im Ratgeber Nebenkosten beim Immobilienkauf, die Regeln zur Provision unter Maklerprovision.

Neubau als Anlage: Umsatzsteuer und Mietrecht

Wer eine Neubauwohnung kauft, um sie zu vermieten, kann als Vermieter unter Bedingungen die Umsatzsteuer aus dem Kaufpreis vom Finanzamt zurückholen. Im Gegenzug wird die Miete umsatzsteuerpflichtig; für den Vorsteuerabzug gilt ein Berichtigungszeitraum von 20 Jahren — ändert sich die steuerliche Nutzung in dieser Zeit, ist die Vorsteuer anteilig zu berichtigen. Das ist das Modell der Vorsorgewohnung; Details erklären wir unter Investieren.

Mietrechtlich ist Neubau einfacher als Altbau: Eigentumswohnungen in Gebäuden, die nach dem 8. Mai 1945 ohne öffentliche Förderung errichtet wurden, unterliegen nur teilweise dem Mietrechtsgesetz. Der Richtwert gilt dort nicht, der Mietzins ist frei vereinbar. Bei geförderten Projekten gelten dagegen die Bedingungen der Wohnbauförderung.

Checkliste vor dem Kauf vom Bauträger

Vor der Unterschrift sollten Sie sieben Unterlagen gesehen und verstanden haben. Das dauert ein bis zwei Wochen und erspart die meisten Konflikte nach der Übergabe.

  1. Bau- und Ausstattungsbeschreibung — sie ist Vertragsbestandteil; was dort nicht steht, schuldet der Bauträger nicht.
  2. Pläne und Nutzwertgutachten — Wohnfläche, Freiflächen, Kellerabteil und der Anteil an der Liegenschaft.
  3. Ratenplan und Treuhänder — Ratenplan A oder B, Name des Treuhänders, Zahlungsweg.
  4. Fertigstellungstermin und Pönale — was passiert, wenn der Bauträger den Termin nicht hält.
  5. Energieausweis — Heizwärmebedarf und Heizsystem; er ist rechtzeitig vor Abgabe der Vertragserklärung des Käufers oder Mieters vorzulegen — also vor einem bindenden Kaufanbot — und nach Vertragsabschluss auszuhändigen.
  6. Betriebskosten-Schätzung und Rücklage — der gesetzliche Mindestbetrag für die Rücklage beträgt seit 1. Jänner 2026 grundsätzlich 1,12 € je m² der gesamten Nutzfläche der Wohnungseigentumsobjekte und Monat. Der Beitrag der einzelnen Wohnung richtet sich nach dem Verteilungsschlüssel; § 31 WEG sieht Ausnahmen vor.
  7. Sonderwünsche — Kosten, Fristen und wer für Mängel an geänderten Teilen haftet.

Wo in Wien neu gebaut wird

Der größte Teil des Wiener Neubaus entsteht in den Stadtentwicklungsgebieten nördlich und östlich der Donau und auf früheren Bahnhofsarealen. Beispiele sind die Seestadt Aspern in der Donaustadt, das Donaufeld und Neu Leopoldau in Floridsdorf sowie das Nordbahnviertel in der Leopoldstadt. In inneren Bezirken wie der Landstraße entsteht Neubau meist als Dachgeschoßausbau oder Einzelprojekt.

Ein Teil der neuen Wohnungen wird gefördert errichtet und steht nur eingeschränkt zum Kauf. Frei finanziertes Eigentum ist deshalb in großen Neubaugebieten ein kleinerer Teil des Angebots, als die Gesamtzahl der Wohnungen vermuten lässt. Unsere aktuellen Neubau- und Erstbezugsobjekte finden Sie unter Kaufen.

Sie interessieren sich für eine Neubauwohnung in Wien oder Niederösterreich? Wir prüfen mit Ihnen Bau- und Ausstattungsbeschreibung, Ratenplan und Nebenkosten — bevor Sie unterschreiben.

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Beratung auf Deutsch, Russisch, Ukrainisch und Englisch.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen zum Stand 03.10.2026 wieder und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Für Ihre konkrete Situation beraten wir Sie persönlich und ziehen, wo nötig, einen Anwalt oder Steuerberater bei.

Häufige Fragen

Was kostet eine Neubauwohnung in Wien pro Quadratmeter?

Laut Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer Wien 2026 im Schnitt rund 5.430 € pro Quadratmeter im Erstbezug. Gebrauchte Wohnungen liegen bei rund 3.810 €. Lage, Geschoß und Freifläche verschieben den Preis einzelner Wohnungen deutlich.

Was bedeutet Erstbezug?

Die Wohnung wird nach ihrer Errichtung oder nach einer umfassenden Sanierung zum ersten Mal bezogen. Im Neubau kauft man Erstbezug meist direkt vom Bauträger.

Ist der Kauf vom Plan in Österreich sicher?

Das Bauträgervertragsgesetz schützt Käufer: Gezahlt wird in Raten nach Baufortschritt über einen Treuhänder, nie mehr als bereits gebaut ist. 2 % bleiben bis drei Jahre nach der Übergabe als Absicherung für Mängel zurück, sofern der Bauträger sie nicht durch eine Garantie ersetzt.

Was ist der Ratenplan nach Bauträgervertragsgesetz?

Eine gesetzliche Zahlungsreihenfolge nach Baufortschritt. Ratenplan A beginnt mit 15 % bei Baubeginn, Ratenplan B mit 10 %; bei beiden bleiben 2 % bis drei Jahre nach der Übergabe offen. Welcher Plan gilt, steht im Kaufvertrag.

Zahlt man beim Neubau Maklerprovision?

Beim Direktkauf vom Bauträger häufig nicht; die Vertriebskosten sind dann im Kaufpreis enthalten. Wird eine Neubauwohnung über einen Makler mit Käuferprovision angeboten, beträgt sie höchstens 3 % zuzüglich USt.

Welche Nebenkosten hat ein Neubaukauf?

Rund 10 % des Kaufpreises: 3,5 % Grunderwerbsteuer, 1,1 % Grundbucheintragung, Vertragserrichtung und Treuhand, bei Finanzierung 1,2 % für das Pfandrecht. Den Vertragserrichter gibt beim Neubau meist der Bauträger vor.

Wie lange haftet der Bauträger für Mängel?

Die Gewährleistung für Wohnungen beträgt drei Jahre ab Übergabe. Mängel sollten Sie bei der Übergabe schriftlich im Protokoll festhalten lassen.

Gilt der Richtwert für Neubauwohnungen?

Nein, bei frei finanzierten Neubau-Eigentumswohnungen nicht. Eigentumswohnungen in Gebäuden, die nach dem 8. Mai 1945 ohne Förderung errichtet wurden, unterliegen nur teilweise dem Mietrechtsgesetz; der Mietzins ist frei vereinbar.

Quellen

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