Was ist Ihre Immobilie wert?
Den Wert einer Wohnung bestimmt in Österreich vor allem das Vergleichswertverfahren: Was haben ähnliche Wohnungen in derselben Lage tatsächlich gekostet? Zinshäuser werden nach dem Ertrag bewertet, Einfamilienhäuser oft zusätzlich nach dem Sachwert. 2025 lag der Medianpreis einer Eigentumswohnung in Wien laut Statistik Austria bei 5.212 € pro Quadratmeter, in Niederösterreich bei 3.089 €. Den konkreten Preis entscheiden Lage, Zustand, Stockwerk, Freiflächen und die Rücklage des Hauses.
Wohnungswert in Wien und Niederösterreich berechnen
Der Rechner ordnet eine Eigentumswohnung in Wien oder Niederösterreich einer veröffentlichten Preiskategorie von Statistik Austria zu: Bezirk, Bauperiode, Wohnfläche und Außenfläche. Das Ergebnis erscheint sofort und ohne Kontaktdaten. Für Häuser, Grundstücke, Gewerbeobjekte und Zinshäuser gilt diese Tabelle nicht — sie bewerten wir persönlich.
Beispiel mit Rechenweg: Wohnung in Wien 22., Donaustadt, 70 m², Baujahr ab 1991, mit Balkon, üblicher Zustand: € 5.598 pro m² × 70 m² = € 391.860. Szenariospanne: € 352.000 bis € 432.000.
Das Wichtigste in Kürze
- Maßgeblich ist der Marktwert: der Preis, den ein Käufer unter normalen Bedingungen tatsächlich zahlt – nicht der Angebotspreis im Inserat.
- Drei Verfahren nach dem Liegenschaftsbewertungsgesetz: Vergleichswert für Wohnungen, Ertragswert für vermietete Häuser, Sachwert für Einfamilienhäuser.
- Wien 2025: Medianpreis 5.212 € pro m² für Eigentumswohnungen, 5,5 % mehr als 2024 (Statistik Austria, aus Kaufverträgen privater Haushalte im Grundbuch).
- Niederösterreich 2025: Medianpreis 3.089 € pro m² für Eigentumswohnungen.
- Die Spanne innerhalb Wiens ist groß: Bezirk, Grätzel, Altbau oder Neubau und Zustand verändern den Preis stärker als jeder Durchschnitt.
- Ein Gutachten vom gerichtlich zertifizierten Sachverständigen brauchen Sie nur in besonderen Fällen, etwa bei Scheidung, Verlassenschaft oder vor Gericht. Für den Verkauf reicht meist eine fundierte Einschätzung auf Basis echter Vergleichspreise.
Marktwert, Angebotspreis, Beleihungswert – was ist der Unterschied?
- Marktwert (Verkehrswert): der Preis, der bei einem Verkauf im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbar ist. Um ihn geht es beim Verkauf.
- Angebotspreis: der Preis im Inserat. Er liegt oft über dem späteren Kaufpreis, weil Verhandlungsspielraum eingeplant ist. Portale zeigen Angebots-, nicht Kaufpreise.
- Beleihungswert: der Wert, den eine Bank für den Kredit ansetzt. Er ist bewusst vorsichtig und meist niedriger als der Marktwert.
Welche Bewertungsverfahren gibt es?
Das Liegenschaftsbewertungsgesetz kennt drei Verfahren. Welches passt, hängt davon ab, wie die Immobilie genutzt wird.
| Verfahren | Frage dahinter | Wofür typisch |
|---|---|---|
| Vergleichswertverfahren | Was haben ähnliche Objekte in derselben Lage tatsächlich gekostet? | Eigentumswohnungen, Baugrund |
| Ertragswertverfahren | Wie viel ist der künftige Mietertrag heute wert? | Zinshäuser, vermietete Wohnungen, Gewerbe |
| Sachwertverfahren | Was kosten Grund und Gebäude, abzüglich Alterung? | Einfamilienhäuser, Objekte ohne Vergleichsfälle |
Beim Vergleichswert zählen tatsächlich bezahlte Preise. Sie stehen in den Kaufverträgen der Urkundensammlung des Grundbuchs. Makler, Sachverständige und Datenanbieter werten sie aus und rechnen Unterschiede bei Größe, Stockwerk oder Zustand heraus.
Beim Ertragswert entscheidet der Zinssatz, mit dem künftige Mieten abgezinst werden. Je höher er ist, desto niedriger ist der Wert. Mietrechtliche Grenzen wie der Richtwert im Altbau begrenzen den Ertrag und damit den Preis.
Beim Sachwert werden Bodenwert und Baukosten des Gebäudes angesetzt und um die Alterung reduziert. Anschließend wird an den Markt angepasst, denn niemand zahlt für ein Haus automatisch, was es kosten würde, es neu zu bauen.
Was beeinflusst den Preis einer Wohnung?
- Lage: Bezirk, Grätzel, Nähe zu U-Bahn und Grün. In Wien liegen einzelne Straßen im selben Bezirk oft weit auseinander.
- Altbau oder Neubau: Neubau und Erstbezug kosten pro m² deutlich mehr als gebrauchte Wohnungen.
- Zustand und Energie: Sanierungsbedarf, Heizung, Fenster und der Energieausweis (HWB, fGEE).
- Stockwerk und Lift: Obere Geschosse mit Lift erzielen mehr; Erdgeschoss zur Straße weniger.
- Freiflächen: Balkon, Terrasse oder Garten sind in Wien knapp und werden bezahlt.
- Grundriss und Licht: Zimmeraufteilung, Ausrichtung, Raumhöhe.
- Haus und Rücklage: eine gut gefüllte Rücklage und keine offenen Großsanierungen. Seit 2026 gilt ein gesetzlicher Mindestbeitrag von 1,12 € pro m² und Monat.
- Rechtliches: Ein bestehender Mietvertrag, ein Wohnrecht oder ein Baurecht mindern den Preis für Käufer, die selbst einziehen wollen.
Wie hoch sind die Preise in Wien und Niederösterreich?
| Eigentumswohnungen | Preis pro m² | Veränderung | Quelle |
|---|---|---|---|
| Wien: Median der ausgewerteten Wohnungstransaktionen, 2025 (Statistik Austria) | 5.212 € | +5,5 % zu 2024 | Statistik Austria, 05/2026 |
| Niederösterreich: Median der ausgewerteten Wohnungstransaktionen, 2025 (Statistik Austria) | 3.089 € | – | Statistik Austria, 05/2026 |
| Österreich: Median der ausgewerteten Wohnungstransaktionen, 2025 (Statistik Austria) | 4.162 € | +4,4 % zu 2024 | Statistik Austria, 05/2026 |
| Wien, Erstbezug 2026 (Preisspiegel) | 5.430 € | +2,7 % zu 2025 | WKO Wien, 04/2026 |
| Wien, gebraucht 2026 (Preisspiegel) | 3.810 € | +3,2 % zu 2025 | WKO Wien, 04/2026 |
Der Median ist der mittlere Wert der ausgewerteten Transaktionen: Die Hälfte der Wohnungen wurde teurer, die Hälfte günstiger verkauft. Er ist kein arithmetischer Durchschnitt. Grundlage sind Kaufverträge privater Haushalte aus dem Grundbuch; Freundschafts- und geförderte Preise schließt Statistik Austria nach Möglichkeit aus.
Die Zahlen unterscheiden sich, weil die Quellen verschieden messen. Statistik Austria wertet Kaufverträge privater Haushalte aus dem Grundbuch aus. Der Preisspiegel der Wirtschaftskammer trennt Erstbezug und gebrauchte Wohnungen und beruht auf von Immobilientreuhändern gemeldeten Transaktionsdaten, die mit Grundbuchdaten abgeglichen werden. Für eine konkrete Wohnung taugen beide nur als Rahmen. Was den Markt in Niederösterreich von Wien unterscheidet, steht unter Immobilien Niederösterreich.
Laut Oesterreichischer Nationalbank stiegen die Preise für Wohnimmobilien 2025 in Wien um 2,9 %, bei einer Inflation von 3,8 %. Real sind Wohnungen damit etwas günstiger geworden.
Wer bewertet – und wann brauchen Sie ein Gutachten?
- Makler: Eine Marktpreiseinschätzung auf Basis echter Vergleichspreise und einer Besichtigung ist die Grundlage für den Angebotspreis beim Verkauf.
- Gerichtlich zertifizierter Sachverständiger: Ein Gutachten nach dem Liegenschaftsbewertungsgesetz ist nötig, wenn der Wert rechtlich belastbar sein muss – bei Scheidung, Verlassenschaft oder vor Gericht. Es kostet je nach Objekt meist von einigen hundert bis mehrere tausend Euro. Sachverständige finden Sie in der offiziellen Liste der Justiz.
- Bank: Sie bewertet für den Kredit, nicht für den Verkauf. Ihr Beleihungswert ist kein Maßstab für den Kaufpreis.
Online-Rechner liefern eine grobe Spanne aus Angebotspreisen. Zustand, Stockwerk, Rücklage und Grundriss kennen sie nicht – gerade diese Faktoren machen in Wien oft 15–20 % Unterschied aus.
Wie ImmoLöwin bewertet
Wir sehen uns die Wohnung an, prüfen Grundbuch, Energieausweis und die Unterlagen des Hauses und vergleichen mit tatsächlichen Kaufpreisen aus derselben Lage. Sie erhalten eine Preisspanne mit Begründung und eine Empfehlung für den Angebotspreis. Wie es danach weitergeht, zeigt der Ratgeber Ablauf des Immobilienverkaufs. Bewertung anfragen.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen zum Stand 30.10.2026 wieder und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Für Ihre konkrete Situation beraten wir Sie persönlich und ziehen, wo nötig, einen Anwalt oder Steuerberater bei.
Häufige Fragen
Wie viel kostet eine Wohnung in Wien pro Quadratmeter?
2025 lag der Medianpreis laut Statistik Austria bei 5.212 €, gerechnet aus Kaufverträgen privater Haushalte im Grundbuch. Der Preisspiegel der Wirtschaftskammer nennt für 2026 rund 5.430 € für Erstbezug und 3.810 € für gebrauchte Wohnungen. Je nach Bezirk und Zustand liegen einzelne Wohnungen weit darüber oder darunter.
Welches Bewertungsverfahren gilt für eine Eigentumswohnung?
Das Vergleichswertverfahren. Maßgeblich sind tatsächlich bezahlte Preise ähnlicher Wohnungen in derselben Lage, bereinigt um Unterschiede bei Größe, Stockwerk und Zustand.
Was ist der Unterschied zwischen Angebotspreis und Kaufpreis?
Der Angebotspreis steht im Inserat, der Kaufpreis im Vertrag. Weil Verhandlungsspielraum eingeplant wird, liegt der Kaufpreis meist darunter. Online-Portale zeigen fast nur Angebotspreise.
Brauche ich für den Verkauf ein Gutachten?
Meist nicht. Für den Verkauf reicht eine fundierte Einschätzung auf Basis echter Vergleichspreise. Ein Gutachten eines gerichtlich zertifizierten Sachverständigen braucht es bei Scheidung, Verlassenschaft oder vor Gericht.
Was kostet ein Immobiliengutachten?
Je nach Objekt und Umfang meist von einigen hundert bis mehrere tausend Euro. Ein Gutachten für ein Zinshaus ist deutlich aufwendiger als eines für eine Wohnung.
Wie genau sind Online-Immobilienrechner?
Sie geben eine grobe Spanne auf Basis von Angebotspreisen. Zustand, Stockwerk, Rücklage und Grundriss berücksichtigen sie nicht – in Wien machen diese Faktoren oft 15–20 % aus.
Mindert ein bestehender Mietvertrag den Wert?
Für Käufer, die selbst einziehen wollen, ja. Für Anleger kann eine gut vermietete Wohnung dagegen attraktiv sein. Bewertet wird sie dann eher nach dem Ertrag.
Sind die Immobilienpreise in Wien 2025 gestiegen?
Ja, nominell. Laut Statistik Austria stieg der Medianpreis für Eigentumswohnungen um 5,5 %. Der Preisindex der Nationalbank zeigt für Wien +2,9 %, bei einer Inflation von 3,8 % – real also leicht gesunken.
Wie genau ist der Rechner?
Der Rechner zeigt einen statistischen Richtwert, keinen Preis für Ihre Wohnung. Er ordnet sie einer veröffentlichten Kategorie von Statistik Austria zu: Bezirk, Bauperiode, Wohnfläche und Außenfläche. Lage im Grätzel, Stockwerk, Lift, Zustand des Hauses, Rücklage und Mietverhältnisse kennt er nicht. Die Spanne von ±10 % ist eine Annahme von ImmoLöwin und kein statistisches Konfidenzintervall.
Woher stammen die Preise?
Von Statistik Austria: Immobilien-Durchschnittspreise, Wohnungspreise 2025, veröffentlicht am 28.05.2026. Es sind geometrische Mittel aus Transaktionen von 2021 bis 2025, angepasst an das Preisniveau 2025, in Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Der Medianpreis aus der Pressemitteilung (5.212 € für Wien) ist eine andere Auswertung und fließt in den Rechner nicht ein.
Was ist der Unterschied zur Bewertung durch einen Sachverständigen?
Ein gerichtlich zertifizierter Sachverständiger besichtigt die Wohnung und erstellt ein Gutachten nach dem Liegenschaftsbewertungsgesetz, das etwa bei Gericht, Scheidung oder Verlassenschaft verwendet werden kann. Der Rechner ersetzt das nicht: Er ordnet Ihre Wohnung nur einer statistischen Kategorie zu.
Stand: September 2026. Preise sind statistische Richtwerte und ersetzen keine Bewertung des einzelnen Objekts.