Was ist Ihre Immobilie wert?
Den Wert einer Wohnung bestimmt in Österreich vor allem das Vergleichswertverfahren: Was haben ähnliche Wohnungen in derselben Lage tatsächlich gekostet? Zinshäuser werden nach dem Ertrag bewertet, Einfamilienhäuser oft zusätzlich nach dem Sachwert. 2025 kostete eine Eigentumswohnung in Wien laut Statistik Austria im Schnitt 5.212 € pro Quadratmeter, in Niederösterreich 3.089 €. Den konkreten Preis entscheiden Lage, Zustand, Stockwerk, Freiflächen und die Rücklage des Hauses.
Das Wichtigste in Kürze
- Maßgeblich ist der Marktwert: der Preis, den ein Käufer unter normalen Bedingungen tatsächlich zahlt – nicht der Angebotspreis im Inserat.
- Drei Verfahren nach dem Liegenschaftsbewertungsgesetz: Vergleichswert für Wohnungen, Ertragswert für vermietete Häuser, Sachwert für Einfamilienhäuser.
- Wien 2025: im Schnitt 5.212 € pro m² für Eigentumswohnungen, 5,5 % mehr als 2024 (Statistik Austria, aus Kaufverträgen).
- Niederösterreich 2025: 3.089 € pro m² für Eigentumswohnungen.
- Die Spanne innerhalb Wiens ist groß: Bezirk, Grätzel, Altbau oder Neubau und Zustand verändern den Preis stärker als jeder Durchschnitt.
- Ein Gutachten vom gerichtlich zertifizierten Sachverständigen brauchen Sie nur in besonderen Fällen, etwa bei Scheidung, Verlassenschaft oder vor Gericht. Für den Verkauf reicht meist eine fundierte Einschätzung auf Basis echter Vergleichspreise.
Marktwert, Angebotspreis, Beleihungswert – was ist der Unterschied?
- Marktwert (Verkehrswert): der Preis, der bei einem Verkauf im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbar ist. Um ihn geht es beim Verkauf.
- Angebotspreis: der Preis im Inserat. Er liegt oft über dem späteren Kaufpreis, weil Verhandlungsspielraum eingeplant ist. Portale zeigen Angebots-, nicht Kaufpreise.
- Beleihungswert: der Wert, den eine Bank für den Kredit ansetzt. Er ist bewusst vorsichtig und meist niedriger als der Marktwert.
Welche Bewertungsverfahren gibt es?
Das Liegenschaftsbewertungsgesetz kennt drei Verfahren. Welches passt, hängt davon ab, wie die Immobilie genutzt wird.
| Verfahren | Frage dahinter | Wofür typisch |
|---|---|---|
| Vergleichswertverfahren | Was haben ähnliche Objekte in derselben Lage tatsächlich gekostet? | Eigentumswohnungen, Baugrund |
| Ertragswertverfahren | Wie viel ist der künftige Mietertrag heute wert? | Zinshäuser, vermietete Wohnungen, Gewerbe |
| Sachwertverfahren | Was kosten Grund und Gebäude, abzüglich Alterung? | Einfamilienhäuser, Objekte ohne Vergleichsfälle |
Beim Vergleichswert zählen tatsächlich bezahlte Preise. Sie stehen in den Kaufverträgen der Urkundensammlung des Grundbuchs. Makler, Sachverständige und Datenanbieter werten sie aus und rechnen Unterschiede bei Größe, Stockwerk oder Zustand heraus.
Beim Ertragswert entscheidet der Zinssatz, mit dem künftige Mieten abgezinst werden. Je höher er ist, desto niedriger ist der Wert. Mietrechtliche Grenzen wie der Richtwert im Altbau begrenzen den Ertrag und damit den Preis.
Beim Sachwert werden Bodenwert und Baukosten des Gebäudes angesetzt und um die Alterung reduziert. Anschließend wird an den Markt angepasst, denn niemand zahlt für ein Haus automatisch, was es kosten würde, es neu zu bauen.
Was beeinflusst den Preis einer Wohnung?
- Lage: Bezirk, Grätzel, Nähe zu U-Bahn und Grün. In Wien liegen einzelne Straßen im selben Bezirk oft weit auseinander.
- Altbau oder Neubau: Neubau und Erstbezug kosten pro m² deutlich mehr als gebrauchte Wohnungen.
- Zustand und Energie: Sanierungsbedarf, Heizung, Fenster und der Energieausweis (HWB, fGEE).
- Stockwerk und Lift: Obere Geschosse mit Lift erzielen mehr; Erdgeschoss zur Straße weniger.
- Freiflächen: Balkon, Terrasse oder Garten sind in Wien knapp und werden bezahlt.
- Grundriss und Licht: Zimmeraufteilung, Ausrichtung, Raumhöhe.
- Haus und Rücklage: eine gut gefüllte Rücklage und keine offenen Großsanierungen. Seit 2026 gilt ein gesetzlicher Mindestbeitrag von 1,12 € pro m² und Monat.
- Rechtliches: Ein bestehender Mietvertrag, ein Wohnrecht oder ein Baurecht mindern den Preis für Käufer, die selbst einziehen wollen.
Wie hoch sind die Preise in Wien und Niederösterreich?
| Eigentumswohnungen | Preis pro m² | Veränderung | Quelle |
|---|---|---|---|
| Wien, Durchschnitt 2025 (Kaufverträge) | 5.212 € | +5,5 % zu 2024 | Statistik Austria, 05/2026 |
| Niederösterreich, Durchschnitt 2025 | 3.089 € | – | Statistik Austria, 05/2026 |
| Österreich, Durchschnitt 2025 | 4.162 € | +4,4 % zu 2024 | Statistik Austria, 05/2026 |
| Wien, Erstbezug 2026 (Preisspiegel) | 5.430 € | +2,7 % zu 2025 | WKO Wien, 04/2026 |
| Wien, gebraucht 2026 (Preisspiegel) | 3.810 € | +3,2 % zu 2025 | WKO Wien, 04/2026 |
Die Zahlen unterscheiden sich, weil die Quellen verschieden messen. Statistik Austria wertet tatsächliche Kaufverträge aller Wohnungen aus. Der Preisspiegel der Wirtschaftskammer trennt Neubau und gebrauchte Wohnungen und beruht auf Einschätzungen von Maklern und Sachverständigen. Für eine konkrete Wohnung taugen beide nur als Rahmen.
Laut Oesterreichischer Nationalbank stiegen die Preise für Wohnimmobilien 2025 in Wien um 2,9 %, bei einer Inflation von 3,8 %. Real sind Wohnungen damit etwas günstiger geworden.
Wer bewertet – und wann brauchen Sie ein Gutachten?
- Makler: Eine Marktpreiseinschätzung auf Basis echter Vergleichspreise und einer Besichtigung ist die Grundlage für den Angebotspreis beim Verkauf.
- Gerichtlich zertifizierter Sachverständiger: Ein Gutachten nach dem Liegenschaftsbewertungsgesetz ist nötig, wenn der Wert rechtlich belastbar sein muss – bei Scheidung, Verlassenschaft oder vor Gericht. Es kostet je nach Objekt meist von einigen hundert bis mehrere tausend Euro. Sachverständige finden Sie in der offiziellen Liste der Justiz.
- Bank: Sie bewertet für den Kredit, nicht für den Verkauf. Ihr Beleihungswert ist kein Maßstab für den Kaufpreis.
Online-Rechner liefern eine grobe Spanne aus Angebotspreisen. Zustand, Stockwerk, Rücklage und Grundriss kennen sie nicht – gerade diese Faktoren machen in Wien oft 15–20 % Unterschied aus.
Wie ImmoLöwin bewertet
Wir sehen uns die Wohnung an, prüfen Grundbuch, Energieausweis und die Unterlagen des Hauses und vergleichen mit tatsächlichen Kaufpreisen aus derselben Lage. Sie erhalten eine Preisspanne mit Begründung und eine Empfehlung für den Angebotspreis. Wie es danach weitergeht, zeigt der Ratgeber Ablauf des Immobilienverkaufs. Bewertung anfragen.
Häufige Fragen
Wie viel kostet eine Wohnung in Wien pro Quadratmeter?
2025 im Schnitt 5.212 € laut Statistik Austria, gerechnet aus tatsächlichen Kaufverträgen. Der Preisspiegel der Wirtschaftskammer nennt für 2026 rund 5.430 € für Erstbezug und 3.810 € für gebrauchte Wohnungen. Je nach Bezirk und Zustand liegen einzelne Wohnungen weit darüber oder darunter.
Welches Bewertungsverfahren gilt für eine Eigentumswohnung?
Das Vergleichswertverfahren. Maßgeblich sind tatsächlich bezahlte Preise ähnlicher Wohnungen in derselben Lage, bereinigt um Unterschiede bei Größe, Stockwerk und Zustand.
Was ist der Unterschied zwischen Angebotspreis und Kaufpreis?
Der Angebotspreis steht im Inserat, der Kaufpreis im Vertrag. Weil Verhandlungsspielraum eingeplant wird, liegt der Kaufpreis meist darunter. Online-Portale zeigen fast nur Angebotspreise.
Brauche ich für den Verkauf ein Gutachten?
Meist nicht. Für den Verkauf reicht eine fundierte Einschätzung auf Basis echter Vergleichspreise. Ein Gutachten eines gerichtlich zertifizierten Sachverständigen braucht es bei Scheidung, Verlassenschaft oder vor Gericht.
Was kostet ein Immobiliengutachten?
Je nach Objekt und Umfang meist von einigen hundert bis mehrere tausend Euro. Ein Gutachten für ein Zinshaus ist deutlich aufwendiger als eines für eine Wohnung.
Wie genau sind Online-Immobilienrechner?
Sie geben eine grobe Spanne auf Basis von Angebotspreisen. Zustand, Stockwerk, Rücklage und Grundriss berücksichtigen sie nicht – in Wien machen diese Faktoren oft 15–20 % aus.
Mindert ein bestehender Mietvertrag den Wert?
Für Käufer, die selbst einziehen wollen, ja. Für Anleger kann eine gut vermietete Wohnung dagegen attraktiv sein. Bewertet wird sie dann eher nach dem Ertrag.
Sind die Immobilienpreise in Wien 2025 gestiegen?
Ja, nominell. Laut Statistik Austria stieg der Durchschnittspreis für Eigentumswohnungen um 5,5 %. Der Preisindex der Nationalbank zeigt für Wien +2,9 %, bei einer Inflation von 3,8 % – real also leicht gesunken.
Stand: September 2026. Preise sind Durchschnittswerte und ersetzen keine Bewertung des einzelnen Objekts.