Wie hoch sind die Nebenkosten beim Immobilienkauf in Österreich?
Beim Kauf einer Immobilie in Österreich kommen rund 10 % zum Kaufpreis dazu, mit Kredit rund 11 %. Die größten Posten sind die Grunderwerbsteuer (3,5 %), die Maklerprovision (bis 3 % zzgl. 20 % USt), die Grundbucheintragung (1,1 %) und die Vertragserrichtung samt Treuhand (etwa 1–3 %). Wer finanziert, zahlt zusätzlich 1,2 % des im Grundbuch eingetragenen Pfandrechts.
Das Wichtigste in Kürze
- Grunderwerbsteuer: 3,5 % vom Kaufpreis.
- Grundbucheintragung: 1,1 % vom Kaufpreis. Die Befreiung für den Hauptwohnsitz ist am 30. Juni 2026 ausgelaufen.
- Pfandrecht bei Kredit: 1,2 % vom eingetragenen Pfandbetrag – nicht vom Kaufpreis.
- Maklerprovision: höchstens 3 % zzgl. 20 % USt je Vertragspartei (bei Kaufpreisen über 48.448,51 €). Beim Kauf gilt kein Bestellerprinzip.
- Vertragserrichtung und Treuhand: etwa 1–3 % zzgl. USt, oft als Pauschale verhandelbar.
- Faustregel: rund 10 % ohne Kredit, rund 11 % mit Kredit. Ohne Makler etwa 6–7 %.
- Wien und Niederösterreich: dieselben Sätze – Steuer und Gebühren sind Bundesrecht.
Welche Nebenkosten fallen an?
Kaufnebenkosten sind alle Steuern, Gebühren und Honorare, die beim Erwerb einer Immobilie zusätzlich zum Kaufpreis anfallen. Den Großteil trägt in Österreich der Käufer.
| Posten | Satz | Basis | Wer zahlt |
|---|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 3,5 % | Kaufpreis | Käufer (vertraglich meist) |
| Grundbucheintragung Eigentum | 1,1 % + Eingabengebühr | Kaufpreis | Käufer |
| Pfandrechtseintragung | 1,2 % | eingetragener Pfandbetrag | Käufer mit Kredit |
| Vertragserrichtung & Treuhand | ca. 1–3 % zzgl. USt | Kaufpreis oder Pauschale | meist Käufer |
| Beglaubigung der Unterschriften | nach Tarif | Kaufpreis bzw. Pfandbetrag | je Unterzeichner |
| Maklerprovision | bis 3 % zzgl. 20 % USt | Kaufpreis | Käufer und Verkäufer je bis 3 % |
Grunderwerbsteuer: 3,5 % vom Kaufpreis
Die Grunderwerbsteuer beträgt beim Kauf 3,5 % der Gegenleistung, also im Regelfall des Kaufpreises. Notar oder Anwalt berechnen sie selbst und führen sie an das Finanzamt ab; das Geld wird dafür bei Vertragsabschluss treuhändig erlegt. Bei Übertragungen in der Familie und Schenkungen gilt ein Stufentarif vom Grundstückswert: 0,5 % bis 250.000 €, 2 % für die nächsten 150.000 €, 3,5 % darüber.
Grundbucheintragung: 1,1 % – ohne Befreiung
Die Eintragung des Eigentumsrechts kostet 1,1 % des Kaufpreises plus eine Eingabengebühr (laut oesterreich.gv.at 85 €). Für Käufe zum eigenen Hauptwohnsitz gab es von April 2024 bis Juni 2026 eine Befreiung bis 500.000 €. Sie galt für Anträge, die bis 30. Juni 2026 beim Grundbuchsgericht eingelangt sind. Für neue Käufe gilt wieder die volle Gebühr.
Pfandrecht: 1,2 % vom eingetragenen Betrag
Wer mit Kredit kauft, lässt zugunsten der Bank ein Pfandrecht ins Grundbuch eintragen. Die Gebühr beträgt 1,2 % des eingetragenen Betrags. Banken tragen meist eine Höchstbetragshypothek über der Kreditsumme ein, in der Praxis rund 120 %, um Zinsen und Kosten abzusichern. Die Gebühr zahlt man auf diesen Höchstbetrag. Ein unnötig hoher Pfandbetrag kostet sofort 1,2 % extra.
Vertragserrichtung und Treuhand: etwa 1–3 %
Notar oder Rechtsanwalt setzen den Kaufvertrag auf, verwahren den Kaufpreis auf einem Treuhandkonto, berechnen die Grunderwerbsteuer und beantragen die Grundbucheintragung. Üblich sind etwa 1–3 % des Kaufpreises zuzüglich USt und Barauslagen. Viele Kanzleien bieten eine Pauschale an – das Honorar ist verhandelbar. Die Beglaubigung der Unterschriften wird nach Tarif gesondert verrechnet.
Maklerprovision: bis 3 % zzgl. USt
Die Höchstsätze für Käufer und Verkäufer legt die Immobilienmakler-Verordnung fest. Sie gelten je Auftraggeber:
| Kaufpreis | Höchstprovision je Partei |
|---|---|
| bis 36.336,42 € | 4 % zzgl. USt |
| 36.336,43 – 48.448,51 € | 1.453,46 € zzgl. USt |
| ab 48.448,52 € | 3 % zzgl. USt |
Das Bestellerprinzip gilt seit 1. Juli 2023 nur für Mietwohnungen. Beim Kauf dürfen weiterhin beide Seiten eine Provision zahlen. Neubauprojekte vom Bauträger werden oft provisionsfrei angeboten.
Rechenbeispiele: 300.000, 500.000 und 800.000 €
Annahmen: Makler 3 % + USt, Vertragserrichtung 1,5 % + USt, Kredit 80 % des Kaufpreises, Pfandrecht 120 % der Kreditsumme. Eingabengebühr und Beglaubigung sind nicht enthalten.
| 300.000 € | 500.000 € | 800.000 € | |
|---|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer 3,5 % | 10.500 € | 17.500 € | 28.000 € |
| Grundbucheintragung 1,1 % | 3.300 € | 5.500 € | 8.800 € |
| Maklerprovision 3 % + USt | 10.800 € | 18.000 € | 28.800 € |
| Vertragserrichtung 1,5 % + USt | 5.400 € | 9.000 € | 14.400 € |
| Summe ohne Kredit | 30.000 € (10,0 %) | 50.000 € (10,0 %) | 80.000 € (10,0 %) |
| Pfandrecht 1,2 % | 3.456 € | 5.760 € | 9.216 € |
| Summe mit Kredit | 33.456 € (11,2 %) | 55.760 € (11,2 %) | 89.216 € (11,2 %) |
Diese Summen müssen Sie in der Regel aus Eigenmitteln bezahlen – Banken finanzieren Nebenkosten nur ungern mit. Ihre persönliche Rate berechnen Sie im Kreditrechner.
Welche Kosten kommen in besonderen Fällen dazu?
- Kauf mit Kredit: neben dem Pfandrecht Bearbeitungs- und Schätzgebühren der Bank, je nach Institut. Details im Ratgeber Immobilienfinanzierung.
- Neubau vom Bauträger: oft keine Maklerprovision. Der Kaufpreis wird nach dem Bauträgervertragsgesetz in Raten nach Baufortschritt gezahlt; die Treuhandabwicklung ist Teil der Vertragskosten.
- Käufer aus Drittstaaten: zusätzlich Genehmigungsgebühren (in Wien 130 € plus 21 € Bundesgebühr je Antragsteller) und gegebenenfalls beglaubigte Übersetzungen. Siehe Immobilien kaufen als Ausländer.
- Wien oder Niederösterreich: Steuer, Gebühren und Provision sind gleich. Unterschiede gibt es bei der Wohnbauförderung und beim Grundverkehr.
Welche laufenden Kosten folgen nach dem Kauf?
Nach dem Kauf zahlen Wohnungseigentümer monatlich Betriebskosten und einen Beitrag zur Rücklage. Die gesetzliche Mindestrücklage beträgt seit 1. Jänner 2026 1,12 € pro Quadratmeter Nutzfläche und Monat (§ 31 WEG). Dazu kommen Grundsteuer, Versicherung und bei Vermietung die Einkommensteuer auf die Mieteinnahmen.
Wie ImmoLöwin Sie unterstützt
Wir rechnen Ihnen die Nebenkosten für jedes konkrete Objekt vor dem Kaufanbot aus – mit Ihrer Finanzierung und Ihrem Status. So wissen Sie vorab, wie viel Eigenmittel Sie wirklich brauchen. Aktuelle Objekte ansehen oder Beratung buchen.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Österreich?
Rund 10 % des Kaufpreises ohne Kredit und rund 11 % mit Kredit. Ohne Makler sind es etwa 6–7 %.
Wie viel Grunderwerbsteuer zahlt man beim Wohnungskauf?
3,5 % vom Kaufpreis. Bei Übertragungen in der Familie gilt ein Stufentarif vom Grundstückswert.
Gibt es 2026 noch die Befreiung von der Grundbuchgebühr?
Nein. Die Befreiung für den Hauptwohnsitz galt für Anträge bis 30. Juni 2026. Für neue Käufe fällt wieder 1,1 % vom Kaufpreis an.
Wie hoch ist die Pfandrechtseintragungsgebühr?
1,2 % des im Grundbuch eingetragenen Pfandbetrags. Da Banken meist rund 120 % der Kreditsumme eintragen, liegt die Gebühr über 1,2 % des Kredits.
Wie hoch ist die Maklerprovision beim Kauf?
Bei Kaufpreisen über 48.448,51 € höchstens 3 % zuzüglich 20 % USt – für Käufer und Verkäufer jeweils.
Gilt das Bestellerprinzip auch beim Wohnungskauf?
Nein. Das Bestellerprinzip gilt seit 1. Juli 2023 nur für die Vermittlung von Mietwohnungen.
Was kostet der Notar beim Immobilienkauf?
Für Vertragserrichtung und Treuhand sind etwa 1–3 % des Kaufpreises zuzüglich USt üblich. Das Honorar ist verhandelbar, oft als Pauschale.
Kann ich die Nebenkosten mitfinanzieren?
Nur eingeschränkt. Banken erwarten, dass die Nebenkosten aus Eigenmitteln bezahlt werden.
Sind die Nebenkosten in Wien und Niederösterreich unterschiedlich?
Nein. Grunderwerbsteuer, Grundbuchgebühren und Maklerhöchstsätze sind bundesweit gleich.
Kann ich Nebenkosten steuerlich absetzen?
Bei vermieteten Immobilien fließen die Nebenkosten anteilig in die Abschreibung bzw. die Werbungskosten ein. Beim selbstgenutzten Eigenheim grundsätzlich nicht.
Stand: September 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung.